Erasmus+: Einmal Prag und zurück

Erasmusfahrt der Berufsschule II Coburg nach Prag

 Am Sonntag, den 28. September, hieß es für uns alle: Prag, wir kommen! Jedoch nicht wie gewohnt mit unserer eigenen Klasse, sondern in einer gemischten Gruppe aus zehn Schülern und vier Lehrern – von denen sich viele vorher kaum kannten. Also stand für mich das übliche Frage-Antwortspiel auf dem Programm: „Hast du alles eingepackt? Brauchst du noch was? Fühlst du dich fit?“ Ich antwortete natürlich wie immer: „Ja, bestimmt.“ Auf zum Treffpunkt nach Coburg – alle pünktlich, und die ersten Gespräche starteten.

Nach ca. acht Stunden Fahrt kamen wir in Prag an, und wir haben uns alle schon auf das Hotel gefreut. Nach dem Check-In haben wir uns noch spontan entschieden, gemeinsam essen zu gehen.

Am Montag ging dann die richtige Erasmusfahrt los. Die ersten sprachlichen Barrieren tauchten natürlich direkt im Supermarkt auf. Problem gelöst – weiter ging’s zur Handelsakademie. Dort bekamen wir eine kleine, interessante Führung und kamen mit den tschechischen Schülern ins Gespräch.

Unsere erste Aufgabe war es, Gruppen für die nächsten Tage zu bilden und uns gegenseitig kennenzulernen. Dafür bekamen wir von den Lehrern einen Steckbrief, den wir über die anderen Schüler ausfüllen sollten. Herr Aumüller hat uns anschließend einen Vortrag über die Nachhaltigkeitsziele unserer Schule gehalten und wir haben erste Ideen für unser eigenes Projekt gesammelt.

Mittags wurden wir zu einem Spaziergang zu einer Brauerei eingeladen – dort gab es ein sehr gutes Gulasch mit Klößen. Am Nachmittag durften wir Prag in kleineren Gruppen erkunden – natürlich mit einer kleinen Aufgabe, die uns für unser Projekt sensibilisieren sollte.

Dienstag hieß es dann ganz früh aufstehen, denn die Handelsakademie hat auch ein Gebäude in der historischen Stadt Kutná Hora, ca. 100 km von Prag entfernt. In Kutná Hora angekommen, hatten wir unseren morgendlichen Spaziergang vom Bahnhof zur Schule direkt erledigt. Durchgefroren in der Schule angekommen, ging es direkt los mit Ideen sammeln. Nach dem Erstellen unseres Skripts und einem Mittagessen in der Schule wurden wir von einer Lehrerin der Handelsakademie durch Kutná Hora geführt. Besonders beeindruckend waren die St.-Barbara-Kirche und die Knochenkirche „Ossuary Chamber“.

Nach der Stadtführung ist vor der Stadtführung – das war das Motto des Tages. Also zurück nach Prag, ein schnelles Abendessen im Bahnhof, und dann ging’s los zur zweiten Stadtführung. Herr Brehm hatte sich Gedanken gemacht, dass zwei klassische Führungen an einem Tag vielleicht etwas trocken sein könnten – also hat er für uns eine ganz besondere organisiert: die Tour zu Sagen und Mythen. Von Fensterstürzen über Mordgeschichten bis zu alten Liebesdramen war alles dabei – und der Tourguide hat das Ganze richtig lebhaft erzählt.

Der Mittwoch stand komplett im Zeichen unseres Projekts. Wir sollten ein digitales Legetrick-/Stop-Motion-Video zum Thema Nachhaltigkeit erstellen. Vormittags ging’s im dritten Gebäude der Handelsakademie richtig los – unsere Köpfe haben gequalmt. Viel Arbeitszeit, Skript einsprechen, verschiedene Ansätze durchdenken. Unsere Gruppe hat sich für die Variante mit Simpleshow entschieden, andere Gruppen haben mit PowerPoint gearbeitet. Unsere Version war dann grob fertig, ein erster Rohling stand.

Da unsere Eigenleistung aber ein bisschen umfangreicher sein sollte als nur ein Skript zu schreiben, haben wir noch zusätzlich eine PowerPoint erstellt, die wie ein Legetrickvideo aufgebaut war. Die Arbeitszeit verging richtig schnell, also haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt – eine Hälfte hat das Skript eingesprochen, die andere an der PowerPoint gebastelt.

Nach der Arbeitsphase hat uns Wanda, eine Lehrerin der Schule, noch in einen wunderschönen Park geführt. Dort hatten wir nochmal ca. fünf Stunden Freizeit – ein schöner Laden hier, ein kleines Café da, und natürlich durfte eins nicht fehlen: Trdelník – bei uns eher bekannt als Baumstriezel. Und so war auch der Mittwoch schon wieder rum.

Am Donnerstag hieß es dann nochmal: Projekte finalisieren. Die Audiodatei mit dem Video verknüpfen und alles fertigstellen. Unsere Lehrer haben uns hier echt viel unterstützt – Laptops gestellt, über unsere Skripte gelesen und uns geholfen, die Programme zu verstehen. So konnten wir alle unsere Projekte rechtzeitig am Donnerstag abschließen.

Nach einer Stunde Pause kam dann noch ein kleiner Programmpunkt– für uns völlig unklar, wohin es gehen sollte. Blind den Lehrern hinterher, und auf einmal standen wir irgendwo in Prag vor einer Tür. „Oh, ein Escape Room – wie cool!“, meinte eine Mitschülerin hinter mir. Die Lehrer hatten uns zum Abschluss noch einen Escape Room gebucht – in drei Gruppen aufgeteilt ging die Rätseljagd los. Unsere Gruppe landete in einer intergalaktischen Mission – und ohne zu spoilern: Der Raum war schwieriger als gedacht.

Zum Abschluss der Fahrt ging es mit den Lehrern zu einem sehr empfehlenswerten Italiener, wo wir den Abend mit interessanten Gesprächen und gutem Essen ausklingen ließen.

Am Freitag hieß es dann: Koffer packen, ab zum Busbahnhof und auf den Flixbus warten. Und hier sitze ich nun im Flixbus und lasse die ganze Fahrt mal Revue passieren.

Ein großes Dankeschön an alle, die an dieser Reise beteiligt waren – vor allem an die Lehrer, die sich richtig Mühe gegeben haben, um uns ein schönes Programm zu bieten, das gut durchdacht und abwechslungsreich war.

Jannek Fischer, WKS 11