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Am 05.02.2026 war Arndt Overbeck, Vertriebsleiter der CHS Container Group mit Sitz in Bremen zu Gast an der BS II in Coburg. Geschäftszweck dieses Unternehmens ist der Handel, die Vermietung, der Umbau und die Logistik von Containern aller Art.

Nach einer kurzen Einführung zur Historie der CHS Container Group erläuterte Herr Overbeck für die Klassen WGH 10 und WKS 11 die Entstehung des Packmittels Container durch die Idee des Amerikaners Malcolm McLean, indem statt Ladung kompletter Lkw-Züge auf Schiene oder Seeschiffe, nur noch die Ladeeinheit aus Zeit- und Kostengründen versendet werden sollte. Nach anfänglichen infrastrukturellen Hindernissen, da viele Terminals nicht auf das Großpackmittel Container technisch und in der Handhabung durch Arbeiter vorbereitet waren, setzte sich der Container aber weltweit durch und ist heutzutage im multimodalen Verkehr nicht mehr wegzudenken.

Anhand von Video- und Bildbeispielen verdeutlichte Herr Overbeck das Ladevolumen von Containerschiffen. Die derzeit größte Transportkapazität hat die MSC Irina mit Platz für 24.346 TEU. Das sind 20-Fuß-Container, die aufeinandergestapelt einen Wolkenkratzer in Manhattan nachbilden könnten.

Dass ein 20-, 40- oder gar 45-Fuß-Container nicht nur als Großpackmittel im Gütertransport mit den Ausprägungen z. B. Ventilated, Isolated, Flat, IP2-Gefahrgut, Hard Top oder Bulk eingesetzt wird, sondern auch als Büroraumersatz, mobiles Krankenhaus oder als Raumelement bei Festivals (Spülcontainer, Barcontainer) Verwendung findet, konnten die Auszubildenden anhand des gezeigten Bildmaterials sehen. Sogar einen ausgedienten Open Topper haben Käufer zum Swimmingpool umgebaut. 

Schließlich kam unser Referent auf die CSC-Sicherheitsstandards zu sprechen, die jeder im Umlauf befindliche Container erfüllen muss. Anhand von Anschauungsmaterial, wie einen Modellcontainer, erläuterte er den Schülern das Vorgehen und die Notwendigkeit solcher Vorschriften und damit einhergehender Prüfverfahren. Eine Beispiel-CSC-Plakette aus Metall mit Eignerangaben, die jeder als Ladeeinheit gebräuchliche Container haben muss, konnten die Azubis begutachten.

Bei der Erläuterung welche Produkte in Container gestaut werden können oder wie ein sog. Stresstest funktioniert (Stapeln, Bewegung bei Bremsen oder Rollen/Stampfen von Seeschiffen, Handling beim Verladen, Heben von oben oder von unten, Dichtigkeitsprüfung) motivierte Herr Overbeck die Schüler, ihr Wissen aus der Praxis oder Erinnerungen an den Physikunterricht einzubringen.

Den Abschluss bildete der Hinweis auf die CTU-Packrichtlinie. Das ist ein Regelwerk für das sichere Verpacken, Stauen und Sichern von Gütern in Transportbehältern, um Schäden an der Ladung, den Transportmitteln und Gefahren für das Personal und die Umwelt während des Transports zu minimieren. Entsprechendes Bildmaterial sollte die Schüler sensibilisieren.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Overbeck für den anschaulichen und inhaltlich hochwertigen Vortrag. Als Liebhaber bayerischer Spezialitäten freute er sich über eine Auswahl an fränkischer Braukunst.

Annette Motta-Schreiner